Ich selbst sein und bleiben

Von dem Mädchen, das sich nie abgrenzen konnte, zu der Frau, die es jetzt lernt.

Nein, zu dem was ich nicht will und Ja, zu dem was ich will.

Eigentlich ganz einfach, oder? Eigentlich. In der großen Familie, in der dieses kleine offene Wesen aufgewachsen ist, gab es seitens der Eltern viel Nein´s und wenige Ja´s. Es wurde gelehrt zu gehorchen und egal was man tut, die Konsequenzen vorher zu überdenken. Man sollte gefallen, nett sein und immer glücklich. Das brachte die meiste Anerkennung. Negative Gefühle durfte man nicht haben, und unter keinen Umständen zeigen. Lächeln, obwohl man weinen wollte. Ruhig bleiben, obwohl man am liebsten seine Wut und Zorn heraus geschrien hätte. Wie oft hörte dieses Wesen, wenn es bestraft wurde, diesen Satz:“Mach ein anderes Gesicht!“

So was prägt. Die Frau, die aus diesem Wesen wurde, wollte immer nur gefallen und als liebenswert gesehen werden. Sie hatte gar keine eigenen Grenzen. Dem Gegenüber gefallen, das war die einzige Motvation, die sie kannte.

Ihren Kindern hat sie das nicht beigebracht, die zwei sind junge starke und selbstbestimmte Erwachsene geworden. Aber sie selbst?

Nun als ich mich gerade von meinem Mann trennte, trat ein Bekannter in mein Leben und wir verliebten uns in einander. Es war viel zu früh für mich, mich auf sowas einzulassen, aber davon wollte ich nichts wissen. Viel zu gut hatte es sich angefühlt wieder Nähe und Liebe zu spüren, es tat so gut, dass es für mich fast unheimlich war…..

Es kam wie es kommen musste, Ich fiel in mein altes Muster zurück. Es war mir gar nicht bewusst. Erst jetzt wo ich den Schmerz immer noch spüre, und zurück schaue sehe ich es. ich war wieder bereit mich voll und ganz seinem Leben und seinen Vorstellungen anzupassen und mich wieder zurück zu stellen.

Ich trug Kleider, weil sie ihm an mir gefielen- Eigentlich mag ich gar keine Kleider, nicht dass sie mir nicht stehen würden. Aber wenn ich eins trage und mich im Spiegel anschaue, dann bin das nicht ich. Ich hatte all die Treffen die wir hatten versucht so kompfortabel für ihn wie möglich zu machen, schon vorgekocht, ihn von der Arbeit mit dem Rad abgeholt, weil er nicht erst 6 km mit dem Rad heimfahren und sich dann durch den Stadtverkehr mit dem Auto quälen sollte um mich abzuholen, ich cancelte Termine um mich mit ihm treffen zu können, ich war verliebt , klar aber ich hatte mich schon fast wieder aus den Augen verloren. Und ich denke das hatte ihm Angst gemacht, und er zog sich zurück…….

Auf der einen Seite bin ich dankbar für die Zeit und das wissen, dass ich fühlen kann. Meinem Exmann, mit dem ich 20 Jahre mein Leben geteilt habe, hatte eine einzige Träne nach geweint, ich hatte schon Angst dass mit mir wirklich was nicht stimmte. Mit dem anderen war ich keine 2 Momante zusammen und es tut jetzt noch manchmal weh, weil es mir wahnsinnig schwerfällt ihn los zu lassen.

Ich finde mich langsam.

Die Kunst ist es nicht sich zu finden, sondern Sich selbst treu zu bleiben und den eigenen Weg nicht aus den Augen zu verlieren. Der der mich ein Stück begleitete war nicht der Weggefährte, der für mich bestimmt war. Wer weiß ob jemals ein Weggefährten meinen Weg kreuzt und mit mir durchs Leben geht, schaffe ich es dann auch meinen Kurs zu halten? Ich hoffe, aber bis ich sicher auf meinem Weg bin und bis sich mein ich gefestigt hat, werde ich meinen Weg allein gehen und lernen ich zu bleiben.

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